Es hat doch noch geklappt – ich war im Dschungel!!1 Nicht alleine. Habe an jenem Abend noch eine Spanierin und einen Kolumbianer getroffen und bei geselligem Beisammensein haben wir beschlossen uns gemeinsam einen Tag durch den Dschungel zu schlagen.
Gesagt getan: Frueh morgens gings mit dem Moto los. 2 Stunden Matschstrassen Richtung Norden oder ca. 4576 mitgenommene Schlagloecher. Da – in einem kleinen Kaff Kalai – haben wir, eigentlich Bunny unser Guide, dann den Ranger eingesammelt. Fuer Kommunikation war der zunaechst wirklich nicht zu haben. Vielleicht sollte der auch mal Vordiplom schreiben (Viel Erfolg weiterhin!) 
Aber seine Aufgabe war es schliesslich auch uns sicher in den Dschungel – und viel wichtiger: auch wieder heraus – zu fuehren.
Mit Machete bewaffnet gings dann zu Fuss weiter. Vorweg der Ranger, dann der Guide und dann wir drei Touris im Schlepptau. Zunaechst ueber kleine Trampelpfade, dann ueber/durch zwei Fluesse in den Dschungl hinein. An dieser Stelle waren bereits die ersten Fuesse nass, denn die einzelnen Bambusstangen, die als Bruecke fungieren sollten, tragen vielleicht den zierlichen 1,50m kleinen Bamboo-Ranger und Guide Bunny, aber keine europaeischen oder suedamerikanischen Kampfgewichte der 80kg Klasse
Schnell wurden die Trampelpfade verlassen und es ging querfeldein dazu bergauf und bergab. An dieser Stelle war ich das erste Mal froh, dass Ranger und Guide voran gelaufen sind. Das hat das Vorankommen um einiges einfacher oder besser gesagt etwas weniger schwer gemacht. Und dennoch habe ich an diesem Tag Planzen gekuesst, von denen ich bis dahin nicht einmal wusste, dass sie existieren.
So ein Macheten-Ranger mit seinen 1,50m Groesse kaempft vielleicht Gestruepp bis zu einer Hoehe von 1,70m (max.!) aus dem Weg. Fuer 1,90m braeuchte er ja schon ein Podest
Und so mussten wir massegblich mithelfen uns unseren Weg freizuschaufeln.
Einerseits ist man im Dschungel kontinuierlich damit beschaeftigt auf dem durch die Regenzeit bedingten, aufgeweichten Boden, die Haftung zu behalten und nicht auszurutschen oder ueber irgendwelche Gestrueppe zu stolpern, andererseits sich den Weg brustaufwaerts freizukaempfen und schliesslich noch was von der Umgebung mitzubekommen. Eine verdammt schweisstreibende Angelegenheit ist so ein grosses Tropenhaus. Unmengen an Schweiss hab (nicht nur ich:) waehrend der knappen 6 Stunden verloren.
Beim Mittagessen am Dschungelbach wurde unser Ranger dann auch etwas kommunikativer. Die anfaengliche „Scheu“ war wohl eher damit zu begruenden, dass er kein Englisch sprach und vermutlich bis jetzt auch noch nicht gelernt hat. Statt zu reden hat er dann Handwerkskuenste demonstriert.
Aus Bambusstangen hat er Pfeil und Bogen geschnitzt, mit denen dann fischen gegangen wurde. Fuer uns Touris unmoeglich so einen Fisch zu erwischen. Jaja, die Physik mit ihren Groessengesetzen und optischen Verzerrungen…
Ausserdem hat er Floeten und Rasierapparate binnen Minuten geschnitzt und erfolgreich vorgefuehrt. Spielereien, die uns Touris beeindruckt haben.
In den letzten beiden Stunden wurde aus feuchtschwuelem Sonnenschein kraeftiger Monsunregen. Jetzt waren auch die letzten trockenen Stoffstuecken pitsche-patsche nass. (Anmerkung: 1) Mit dem Regenschirm durch Dickicht laufen heisst 5x soviel Weg freikaempfen
2) Regenjacken zoegern das Nasswerden nur hinaus; nass wird man nicht durch Regen von Aussen, sondern durch Schweiss von Innen…)
Fix und alle gings dann wieder mit dem Moto 2 Stunden durch den Regen zurueck, danach dann nur noch Voll-Knock-Out.
Ratanakiri ist eine Region in der, aufgrund ihrer Grenzlage, viele ethnische Minderheiten in Eingeborenen-Doerfern leben. Heute gings auf Erkundungstour einiger dieser Doerfer, Staemme und Kulturen. Insgesamt wieder 4 Stunden auf dem Moto, knapp 2 Stunden im Longtailboot und ausnahmsweise nur Sonne und KEINEN Regen. Zunaechst gings zu einem Eingeborenendorf der Khmer inkl. Friedhof. Eine sehr „eigenartige Art“ der spirituellen Beisetzung die die da praktizieren.
Anschliessend ein chinesisches und ein laotisches Eingeborendorf. Hier wurde dann selbst mein Moto-Guide Bunny zum Auslaender im Inland. Denn die Staemme haben ihre eigene Sprache und sprechen nicht ein Wort Khmer, Deutsch uebrigens auch nicht 
Mensch bin ich froh, dass das heute nur ein Ausflug war und ich nicht „so“ leben muss!
Rueckblickend zwei sehr anstrengende und vielfaeltige Tage, aber auch meine beiden Letzten in Banlung. Morgen gehts mal wieder vor Sonnenaufgang mit dem Bus nach Kratie (Landesinnere, Richtung Phnom Penh). Der Ort ist mir bereits von der Hinfahrt bekannt, da ich da auf den Ersatzbus warten durfte/musste.
Grund des voraussichtlich eintaegigen Aufenthaltes in Kratie sind die Irrawaddy-Delphine (Suesswasserdelphine) im Mekong. Hoffentlich hab ich Glueck und sehe einige im Sonnenuntergang, sodass es dann nach einer Uebernachtung weitergehen kann mit dem Reisen und dem fruehen Aufstehen..
Na bitte: es regnet. Waer auch komisch, wenn das mal ausbliebe hier im hohen Nordosten.
Gruss und/oder Kuss, Moritz
P.S. 1) Mit dem Karaoke-Zeug: das wollt ihr nicht wirklich! Ich bin ja nicht mehr lang da.. ich guck mal was sich machen laesst…
P.S. 2) Ich traue dem SMS Empfang hier nicht so recht. Vermutlich nur moeglich, wenn mein Handy angeschaltet ist. Glaube nicht, dass das Netz hier versucht SMS erneut zuzustellen, wenn das Telefon wieder eingeschaltet wird. Vielleicht irre ich mich auch und es schreibt bloss keiner..
Nur falls ihr euch wundert, warum keine Zustellung oder Antwort kommt. Ich wunder mich auch