15,5 Stunden hat die Fahrt letztlich gedauert. Waere sicher schneller gegangen, wenn nicht der Bus auf halber Strecke liegen geblieben waere und ich nicht zwei Stunden auf den Ersatzbus haette warten muessen. „Ersatzbus“ waer schoen gewesen, im Endeffekt ein Bus einer anderen Busfirma fast komplett beladen – dementsprechend kuschelig wurde die Weiterfahrt. Ich hab mir die Sitzreihe, die eutlich enger war als in europaeischen Reisebussen, mit einer kambodschianischen Oma und ihrem Enkel geteilt. Die Kommunikation erwies sich als recht schwierig, da die Beiden kein Englisch und ich kein Khmer spreche. Auch konnte das Woerterbuch meines Reisefuehrers nicht wirklich aushelfen. Oder haett ich sie vielleicht fragen sollen, „wo es zum naechsten Bahnhof geht?“, „Was das kostet?“ oder sagen sollen „Ich habe Durchfall und Fieber“… ![]()
So wurde einfach gelaechelt, noch mehr gelaechelt und mit Haenden und Fuessen mehr oder weniger erfolgreich kommuniziert. Wirklich gut haette man sich ehe nicht unterhalten koennen, denn es gibt da noch was, das noch grauenhafter als der Verkehr in Phnom Penh ist: kambodschianische Musikvideos (schnulziger als Bollywoodfilme und Gesang der einem das Trommelfeld zerreisst). Zum Glueck hatt und hab ich meinen Ipod dabei, sodass ich nur zusehen musste, meine Blicke vom Monitor fernzuhalten.
Banlung ist klein, verschlafen und verregnet. Hier gibt es eine handvoll Gaestehaeuser, die wegen der Regenzeit nicht besonders gut besucht sind, ein paar Restaurants und einen Markt. Ansonsten ein paar Regierungs- und Verwaltungsgebaeude der Region Ratanakiri, eine Schule und eine Uni. Klingt recht gross, ist es aber nicht.
Die letzten Tage habe ich die Umgebung mit Moto und Driver erkundet, einige grosse und kleine Wasserfaelle gesehen, Eingeborenen-Doerfer besucht, eindrucksvolle Dschungellandschaft gesehen und im kristallklaren Wasser des Yeak Laom Lakes gebadet.

Die Fortbewegung und das Vorankommen erweisen sich aufgrund der aufgeweichten Sand-“Strassen“ als extrem rutschig und schwierig. Die rot-braune Farbe der Strassen erinnert ein bisschen an die rot-braunen Boellerreste nach Silvester in der Turmstrasse und die Beschaffenheit der Strasse wuerde aufgrund der Rutschigkeit jeden Wintersportler erfreuen.
Zwei Mal hat sich mein Moto Driver ohne groesseren Schaden hingepackt. Beide Male konnte ich noch gerade rechtzeitig vom Moto abspringen… Manchmal waer ich lieber selbst gefahren, in anderen Momenten war ich froh, einen Fahrer gehabt zu haben, fuer den die beschissenen Strassenverhaeltnisse Alltagsgeschaeft sind.
Und wo wir schon beim Thema „beschissen“ sind: abgesehen von tropischer Scheissaritis (dagegen gibts Tabletten und Elektrolyte) gehts mir gut hier in Banlung. Obwohl ich heute zwischen den Seilen haenge. Habe Kopfschmerzen (ganz ohne Alkohol
und den verregneten Tag mit Lesen, Quatschen und Schlafen verbracht.
Eigentlich habe ich vor noch einen 2 Tages-Trek durch den Virachey National Park (Dschungelgebiet) zu machen, aber alleine, d.h. nur mit Guide und Ranger, moechte ich glaube ich nicht losmarschieren und an anderen dschungelwillingen Touris mangelt es.
Mal sehen, vielleicht laesst sich Morgen noch was organisieren, wenn nicht gehts eben ohne den vermutlich sehr verregneten Trek weiter.
Das Bloede in Punkto Organisation ist nur, man weiss nie, wann welche (oeffentliche Einrichtung) ihr Buero aufmacht. Mit den Oeffnungszeiten haben die es hier nicht so oder wir Deutschen sind zu sehr verwoehnt. Manchmal glaube ich, dass einige Gebaeude nur zur Verzierde dastehen und niemals ihre Pforten oeffnen. Zumindest stand ich bereits mehrfach vor verschlossenen Tueren des Virachey National Park Offices, um mich einem Trek anzuschliessen..
Aber das Laecheln und die Gastfreundschaft der Menschen laesst selbst ueber die Schliessungszeiten hinwegsehen. Zwei Mal wurde ich hier bereits von Familien nach Hause zum Essen bzw. Kaffee eingeladen. Auch wenn es mit der Kommunikation schwierig ist und man nicht wirklich weiss, was vor einem auf dem Teller liegt, sind das echt unvergessliche Erlebnisse mit den Familien in Ihren „aermlichen“ Huetten.
Bevor der Strom wieder ausfaellt, es einige Zeit dauert bis der Generator anspringt und ich dann alles erneut schreiben muss, solls das von mir fuer Heute gewesen sein.
Dicke Kuesse an meine Familie (ich hoffe ihr seid alle wohlauf!?) und viele liebe Dschungel-Gruesse an all Euch Andere! Moritz
This is Wöööös calling back.
Die Sprachprobleme gibt’s hier natürlich auch. Die Familie sah gut aus, als ich sie das letzte Mal gesehen habe (gestern), nur die Miniwurst hat einen Wespenstich.
Schön ist, dass Du in Kambodscha die Turmstrasse gefunden hast. Dafür irritiert mich ja, dass Dir die Musik nicht gefällt. Vielleicht ist das, wie das Essen, eher Gewöhnungssache…
So, länger können ja die wichtigen Firmenmails, die ich beim Kunden schreibe, nicht sein…
Die kleinen Brüder wünschen sich die kombodschianischen Schnulzen für ihren Singstar.
Ich galube, wir anderen wünschen uns das nicht.
Küsse von zu Hause,
Mum
Hallo großer Khmer,

würd mich ja schon interessieren, was Scheisseritis auf Kambodschanisch heißt (valaduse war wohl etwas östlicher) und wie man das im Bus mit Händen und Füssen darstellt? Klingt ja alles ein weinig nach „Phaig than“ dem Land des schadhaften Lächelns. Du erinnerst dich? Und Ipot ist sowieso besser als Polpot
Dein Konto müßte jetzt eigentlich auch genug Deckung haben, um das tapfere Schneiderlein zu bezahlen und trotzdem noch weiter durch den Dschungel zu wandern, machst du das eigentlich mit Regenschirm
Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß und würde übrigens bei singstar auf khmer mitsingen, da das nicht schlimmer sein kann als „durch den Monsun“ auf tokiohotelesisch.
Kuss von Hu5o
Also wirklich Mama, das wollte ich doch schreiben… Was soll ich denn jetzt hier hinterlassen?!
Pass aber ja auf die Aussprache auf, nicht das du ihr da irgendeinen Quatsch erzählst…
Aber mich würde eigentlich schon interessieren wie die Oma reagiert hätte, wenn du ihr mitgeteilt hättest, dass du Durchfall hast
Aber kümmer dich doch wirklich mal bitte um eine kambodschianische Singstar-Schnulzen-CD, wir lassen dich auch mal singen…
Bis bald
Der Lieblingsbruder
nur für die vollständigkeit der familie muss ich wohl hier auch ein paar zeilen hinterlassen… wobei ich mich kurz halten muss, schreibe schließlich fleißig am vordiplom und jede pause ist – wie du das von mir kennst – minutengenau getaktet.
es freut deine kleine schwester dass es dir gut geht, du uns kontakte in die ganze welt vermittelst (wer kann schon von sich behaupten, dass er jemanden kennt, der schonmal in einer kambodschianischen ärmlichen holzhütte gegessen hat!?) und.. oh mist, jetzt ist kaffeepause.
küsse, küsse, küsse
Hallo Moritz, ich hoffe, dass du noch jemanden gefunden hast, der mit dir die Tour macht. Doch vielleicht ist es auch nicht schlecht nur mit guide und ranger, denn lesen kanst du auch wieder zu Haus. Mach ordentlich Fotos, denn du im Dschungel mit Regenschirm ist bestimmt spitze. Lass es dir gut gehen, viele Grüße deine Tante Ricarda