Diagnose: Tempelkrank

Ich bin krank. Krank bei tropischem Sonnenschein. Diagnose: Tempelkrank. Und das Ganze schon seit 4 Tagen.
Mit der Diagnose wurde mir auch direkt ein Gegenmittel verschrieben. Auch wenn es nicht einfach war ein offiziell zugelassenes Mittel zu finden. Schlussendlich hat es aber geklappt und das Mittel, Sony DSC W170, ist da und wirkt ;)


Doch die Tempelanlagen sind einfach maechtiger. Grosse Tempel, kleine Tempel, verzierte Tempel, massive Tempel, aeltere Tempel, juengere Tempel, Tempel im Wasser, Tempel im Dschungel… kuerzen wir es ab: Tempelanlagen noch und noecher. Eine verschiedener als die Andere und widerum Andere gleich Anderen. Eben ganz „same same but different“.
Eines haben sie aber alle gemeinsam. Sie sind alle nicht mehr in Nutzung und sie aendern ihre Wirkung mit Tageszeit und Lichtverhaeltnissen.

Um ehrlich zu sein: Wenn man kein Tempel- und Geschichtsfreak (die Betonung liegt auf Freak) ist, ist es unmoeglich saemtliche Infos aufzunehmen und selbst nahezu unmoeglich alle Namen zu behalten. Fuer die, die es koennen, gibts dann Namen merken fuer Fortgeschrittene: Fast jeder Baum in dem Areal hat ein Schild mit seinem Namen. Und Baume gibts noch mehr als Tempel ;)

Die Namen meiner Favoriten werd ich aber sicher behalten, abspeichern und nicht mehr vergessen. Sie haben sich die Bezeichnung Weltkulturerbe allemal verdient!
Es ist einfach unvorstellbar wie kleine Asiaten, die noch heute durchschnittlich 1-2 Koepfe kleiner sind und schon bei meinem Kreuz hinter mir im Schatten stehen, vor etwa 1000 Jahren solche Anlagen errichten konnten. Einige verwendete Steine sind riesig und Stufen oftmals einen knappen halben Meter hoch und fuer Schuhgroesse 29 konzipiert.
So ist schon eine erklimmende Besichtigung mit Rucksack und Wasserflasche eine Angelegenheit, die mit Klettern und Schwitzen verbunden ist und nicht gerade ungefaehrlich fuer Gross- und Kleinfuessler ist. 

Tempeltage sind beeindruckend, aber auch anstrengend. Nicht zuletzt wegen der Affenhitze in den letzten Tagen, sondern auch weil sie einfach lang sind. Von Sonnenaufgang (5 Uhr) bis Sonnenuntergang. Warum kann das schoene Daemmerungslicht nicht einfach mittags sein? Das wuerde vieles einfacher machen… :)

Angkor Wat: ein unchristlicher Ort zu einer unchristlichen Zeit (5 Uhr morgens).
Die malerischen Eindruecke lassen die Muedigkeit aber schnell vergessen :)

Und wie Reiner Zufall es wollte hab ich Malte, ehemals in meiner Handballmannschaft, zu jener unchristlichen Zeit an jenem unchristlichen Ort getroffen. Ein Ueberraschungseffekt auf beiden Seiten. 

Ansonsten geht es mir praechtig und Freudenspruenge sind keine Seltenheit :)

Ich habe hier in den letzten Tagen viele nette Traveller getroffen, tagesweise in anderer Zusammensetzung Tempel-Town erkundet und abends in Bars abgehangen. Das kann man hier naemlich ziemlich gut.

Jetzt bin ich froh, dass mein Besucherpass fuer die Tempel abgelaufen ist und ich heute einen entspannten Relax-Tag habe. Volle Entspannung mit Latte Macchiato und Muesli & Chillout-Musik in einem gemuetlichen Gartencafé einer NGO und endlich mal Zeit die Tempeleindruecke und die bombastischen Sonnenuntergaenge revue passieren zu lassen und zu verdauen.

Uebrigens, ab Heute bin ich illegal in Kambodscha, da mein Visum abgelaufen ist. Nichts desto trotz gehts Morgen mit dem Boot und Status illegal nach Battambang

und Freitag dann auf via Poipet gen Bangkok, sofern die mich an der Grenze nicht direkt nach Deutschland abschieben ;)
Offiziell ist „lediglich“ eine Strafgebuehr von 5 Dollar pro ueberzogenem Tag faellig, aber bei Regierungsinstitutionen in Kambodscha weiss man nie…

Gruesse u/o Kuesse aus Tempel-Town Siem Reap, Moritz

P.S. @ Papa: Keine SMS hat Dschungel und/oder Tempel erreicht. Selbiges gilt fuer dich mein Freund Larsson :)

15 Responses

  1. Mein lieber Bruder, selbst ich stehe hinter deinem Kreuz im Schatten! :) noch 7 mal schlafen, dann biste wieder hier! vordiplom ist in den letzten zügen… hoffe, freitag drucken zu können. gruß und kuss

  2. Ich fänd’s ja schöner, Du würdest nach Krong Koh Kong fahren. Dann wüsstes Du später bestimmt, ob sich das Aussprechen anhört wie Trommeln oder nicht. Aber Batdambang ist auch ein heißer Kandidat. Immerhin weiß ich nach näherem Betrachten der Karte jetzt, dass Poiket kein kambodschanisches Transportmittel (mit oder ohne Motor / Beine / Dampf) ist, sondern die Grenzstadt. Womit bewegst Du Dich denn Richtung Bangkok?

    Ich freu mich natürlich NICHT, dass Du wiederkommst. Schließlich ist die Alleinherrschaft über das Badezimmer auch ganz schön :-)

    Es küsst und drückt:

  3. Ach ja, was ich immer noch nicht weiß: Was tut einem weh, wenn der /das Temepl krank ist? Ist das was Ernstes? Haben das nur Männer? Googel und Pschyrembel helfen leider nicht weiter….

  4. Kannst bestimmt die Kamera als Bezahlung für das überzogene Visum dalassen.

    Ich bin ja schon sehr gespannt auf den „Dia“abend (JPEG-Abend klingt doof) mit selbstgekochtem kambodschanischem Essen.

  5. Hier schreibt bzw uebersetzt jeder die kambodschanischen Hieroglyphen wie er/sie will. daher die abweichenden Schreibweisen der Namen. „TemEPlkrank“ zeigt die starke Auspraegung der Tempelkrankheit – Aenderung folgt :)

    Ein sauberes Badezimmer, ach wie schoen! ;)

  6. @ sorella: viel Glueck bei den letzten Zeilen und stell den Sekt schonmal kalt!

  7. wieso kaltstellen?! der -achtung- gehört getrunken! schreibt sich dann irgendwie leichter… auch papas weinvorräte im keller schwinden zusehens dahin. ;)

  8. Gibt Schlimmeres als Tempelkrankheit.Muß man alles mal gesehen haben.Man behält sowieso nur das,was wirklich interessant war.Viele Luftsprünge noch in der letzten Woche.Grüße und Küsse aus Rederscheid

  9. Da hab ich mir die Finger am Handy wund getippt und dann werden die sms nicht übertragen :-(
    Haben die denn auf den Tempelspitzen keine Sendemasten mit Mobilfunkverstärkern installiert, würde sich doch anbieten. Hast ja offensichtlich mit deiner neuen Wunderwaffe oder besser Wundermedizin „Sony DSC W170″ den …Achtung… Kh (u) mer vergessen.
    Falls sie dich an der Grenze wegen des abgelaufenen Visums nicht ausreisen lassen wollen, werden wir wohl eine Rettungsaktion starten müssen und dich irgendwie rausholen. Dafür üben deine Brüder und ich morgen schon mal im „Tropical Island“, um zumindest klimatisch vorbereitet zu sein. Wahrscheinlich habe ich dann auch meine Wunderwaffe „Flash-Medion 10.0 XXL Superpower Dreamstation“ dabei, mit der beamen wir dich dann raus (das kann deine Neue wohl nicht?).
    Viel Spass weiterhin und fühl dich gedrückt von deinem

  10. Protest! Ich bin gegen die Rettungsaktion! Wenn die da unten Moritz nicht rauslassen, kann ich wenigstens den Laptop behalten :-)

    Apropos rauslassen (Achtung: Ernst):
    Man meldet politisch motivierte Unruhen in Bangkok. Vielleicht sicherheitshalber nochmal informieren, bevor Du rüberfährst/fliegst/kriechst.

    Noch ne Frage: Gibts in den Cardamom Mountauns daunten tatsächlich Kardamom? Dann wünsch ich mir welchen…

    Küsschen

  11. Ich wollte dich noch kurz daran erinnern die 17-23 Geschenke und Mitbringsel für deine Schwester nicht zu vergessen!
    Bei Platzproblemen lässt du im Zweifel die Kamera da, ohne die bist du in den letzten 23 Jahren schließlich auch zurecht gekommen.

  12. Du findest auch bestimmt jemanden, der sie Dir gerne abnimmt, falls Du die Entsorgung scheust. Ich glaube, Du hast ihn schon kennengelernt.

  13. Hier Näheres zu den Aufständen in Bangkok – bitte besonders den letzten Absastz beachten:
    http://www.tagesschau.de/ausland/thailand110.html

    Vielleicht wirklich vor Freitag noch mal schlau machen?

    Küsschen,

  14. Moin Moritz, Keep cool, aber es schadet ja nicht, informiert zu sein:
    das Auswärtige Amt informiert aktuell wie folgt:
    (Unverändert gültig seit: 27.08.2008)

    Aktuelle Hinweise
    Wegen des aktuellen Konflikts an der thailändisch-kambodschanischen Grenze bei Preah Vihear (Kambodscha) und der Möglichkeit einer Eskalation wird von Reisen nach Preah Vihear und Umgebung derzeit dringend abgeraten.

    In den nächsten Wochen muss in Bangkok vermehrt mit großen Demonstrationen gerechnet werden. Es wird empfohlen, Demonstrationen und sonstige größere Menschenansammlungen zu meiden.

    Am 26.08.2008 konzentrierten sich die Demonstrationen auf das Regierungsviertel und die Ministerien sowie Rundfunkanstalten. Daher wird empfohlen, insbesondere das Gebiet um das Government House (Pitsanulok Road), die Rajdamnoen Avenue sowie die Makawan Bridge zu meiden.

    Eine konkrete Gefährdung für Touristen existiert bei Beachtung dieser Hinweise derzeit nicht.

    Vermutlich wirst du mal wieder nichts von dem ganzen Kram mitbekommen, aber so machen wir armen Daheimgebliebenen uns zumindest nicht den Vorwurf, nichts gesagt zu haben:)
    So long, gute Reise !! (Ach, natürlich auch von iswing, die ihren (Kur-)Urlaub beendet hat..

  15. Noch 4 mal schlafen!
    Dann ist Abgabe und mein Büderchen wieder da! VD ist übrgens fertig, kannst zum sekttrinken kommen :)

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