Auf nach Banlung, Ratanakiri

Juli 31, 2008 - 3 Responses

So, das Ticket ist gebucht. In 6 Stunden gehts vermutlich noch vor Sonnenaufgang los in den Nordosten nach Banlung. Nach Auskunft dauert die Fahrt 8 bis 14 Stunden. Wobei oefter von 12 bis 14 Stunden die Rede ist als von 8. Immerhin es sind ja auch knapp 600km, da darfs dann auch mal etwas laenger sein… :)  

Hoffentlich ist die Reise regenfrei. Sonst wird das auf den Sandstrassen echt noch ein Vergnuegen :)  

Achja, eine Premiere: Banlung, sowie die gesamte Region, haben angeblich keine Bank und keinen Geldautomaten. Ich glaube ich kann mich nicht dran erinnern, jemals nicht einen Geldautomaten in Umgebung gehabt zu haben, wenn ich ihn brauchte. Wie auch immer: so sind die Dollar ueberall gut versteckt und reichen hoffentlich bis zum naechsten ATM.

Internet gibts bestimmt irgendwie und irgendwo. Ihr hoert von mir.

Adios – auf in den Dschungel!

Durch den Monsum hinter Pol Pot her…

Juli 30, 2008 - 4 Responses

sua-sdey aus Pnom Penh,

in Frankreich, Thailand oder China mag man vielleicht denken, es gibt keine Verkehrsregeln, aber glaubt mir mal wie geregelt da alles ist. Die einzigen Regeln, die ich hier sehe:

(1) Je mehr Motos (=Motorradroller jeder Art und Guete:)) auf einem Quadratmeter, umso besser

(2) Je doller sie stinken, umso besser.

(3) Je weniger Ausstattung (Blinker, Geschwindigkeitsanzeige, Licht ..), umso besser

(4) Blinken und Warten gibts nicht, jeder laueft, faehrt einfach drauf los. voellig gleich ob Linksabbieger und gerade ein LKW entgegengedonnert kommt.

(5) Vorfahrtsregeln gibt es zumindest in der Praxis nicht. Ausnahme: einige wenige Ampeln mit Anzeige der Gruen bzw Rotphase, da haelt komischerweise alles an.

(6) Je mehr Personen / Tiere / Kisten auf einem Moto oder Auto, umso besser. Unser guter, alter L300 faehrt hier: Innen vollbesetzt (schaetzungsweise 14), auf dem Dach nochmal 8… Motos gerne auch mit vier Personen plus…

(7) Jedes mitgenommenes Schlagloch gibt einen Extra-Punkt… Muss gute Praemien fuer die Punkte geben, sammeln tun sie naemlich alle fleissig :)

ich koennt ewig fortfahren… :)

aber kurzum: natuerlich musst ich auch Moto fahren. Neben Tuk-Tuk das Fortbewegungsmittel in Phnom Penh. So auch gleich vom Flughafen zum Gaestehaus mit Seeblick auf den Boeng Kak im Nordteil der Stadt.

Seit meiner Ankunft hier, bin ich mit einem Iren, Timm, unterwegs. Gestern gabs nach einem kompletten Monsunvormittag, dann doch noch das klassische Erkundungsprogramm mit Markt, Koenigspalast, Silberpagode, Spaziergang am Tonle Sap und wie noch all die anderen schoenen Sachen heissen. Zwischenzeitig dann immer wieder Moto-Fahrten und Abends dann das wohlverdiente Angkor-Bier. Bis aus Angkor-Bier Mekong-Whiskey wurde und der Wecker heute morgen einfach zu frueh alarm schlug und ich am liebsten sowohl meinen Wecker als auch meinen Brummschaedel gekillt haette.. :)

Zum Glueck hab ich es nicht getan, denn Leid, Elend, Folter und Tod gab es heute mehr als genug. Zunaechst einen Ausflug zu den Killing-Fields ausserhalb Phnom Penhs. Hier wurden zwischen 1975 und 1979 massenhaft Hinrichtungen an Gebildeten, Resistenten, Brillentraegern (…) durch Pol Pot und seine Anhaenger durchgefuehrt. Ein grauenhafter Anblick der Massengraeber. Nach dem Pol Pot Regime wurde die Graeber geoffnet und die Schaedel in einer extra erbauten Pagode „gestapelt“. Eine Art nachtraeglich religioese Beisetzung. Diese Pagode ist heute zentraler Punkt der Killing Field und steht direkt neben den geoeffneten Massengraeber. Bei Anblick der tausenden von Schaedeln wird einem echt anders zu Mute.
Weiter ging es dann mit dem Toul Sleng / S21. Einer ehemaligen Highschool, die zu jener Zeit zur Folter- und Gefangenstelle umfunktioniert wurde. Eine Ausstellung, die nix zu verbergen versucht. Es gibt viele Fotos von gefangenen Maennern, Frauen und Kindern vor und nach Misshandlung. In einigen Zellen sind noch Blutflecken zu sehen. Grauenhaft. Nicht zuletzt die Abbildung saemtlicher Foltermethoden. Gewoehnlich endetet die Reise der Inahftierten aus der “Security 21″ (Name der Anstalt) auf den Killing-Fields. Fuer einige auch schon frueher.

Zufaelligerwweise hab ich gestern Abend mein Longsleeve-Shirt mit dem Aufdruck S21 im Guesthouse getragen. Als wir abends in kleiner Runde sassen ist das dann „aufgefallen“, sodass ich das heute nicht angezogen habe – das Shirt kann ich hier in Kambodscha echt nicht mehr tragen. Danke Pol Pot!

Jetzt aber genug mit Schock-Nachrichten, auch wenn ich es fuer wichtig halte sich mit der Geschichte hier auseinanderzusetzen.

 

Momentan bin ich am Ueberlegen wie wann und wohin es weitergeht. Vermutlich werde ich Morgen noch einen entspannten Tag einschieben und mich mit meinem Buch in die Haengematte legen, den Seeblick geniessen und die Weiterreise buchen. Uebermorgen gehts dann aller Voraussicht nach in den Nordosten nach Banlung, Rattanakiri, ins Grenzgebiet zwischen Laos, Vietnam und Kambodscha, sofern die Wetterverhaeltnisse es zu lassen. Da soll es noch richtigen Urwald, alte Kulturstaemme und -doerfer, imposante Wasserfaelle und Dschungel-Treks geben… wie auch immer: ich halt Euch auf dem Laufenden!

Gruss und/oder Kuss aus Phnom Penh! Moritz

Milchkaffee bei feuchtschwuelen 32Grad

Juli 27, 2008 - 7 Responses

Sawadie :-)

Nach einem turbulenten Flug mit einem groesseren Gewitterumflug ueber der Ukraine bin ich etwas verspaetet aber sicher in Bangkok angekommen. Ich glaube den einzigen, den der Flug zu schaffen gemacht hat war die Kabinenbesatzung, die sichtlich Muehe beim Servieren hatte und mit besonders viel Laecheln kleinere Fehler zu verstecken versuchte :) achja gefallen hat der Flug mit Sicherheit auch nicht einer Thueringerin, eine Reihe schraeghinter mir. Sie hatte gigantische Flugangst, die sie bei jeder noch so kleinen Windboehe ihrem Freund und allen anderen mehr oder weniger aengstlich schreiend mitteilte… und auf einem turbulenten Flug gabs davon einige… aber auch sie ist angekommen :)

Nach einem zeitlich sehr ungewohnten Fruestueck (5uhr Thai-Zeit oder 24Uhr MEZ), hab ich mich auf gen Innenstadt gemacht und mit ein Gaestehaus unweit der Khao San Road, dem Rucksackszenen-Viertel, genommen.
Nachmittags gings dann zum Schneider zum Auswaehlen und Mass nehmen. Insgesamt ein groesserer-kleiner Einkauf mitten im Jahr zwischen Weihnachten und Ostern. Warum auch nicht? :-) Abends, also nach dem Schneider :) , hab ich mir dann das erste Mal die Schnute verbrannt. Im Nachhinein kann ich sagen: selbst schuld, haette vielleicht nicht mit dem Essen am Strassenstand, an dem nur Thais gegessen haben, anfangen sollen - Feurig-scharf wars allemal :)
Nach einer Thai-Massage konnt ich dann nicht laenger gegen die Muedigkeit angekommen und hab wie ein Stein bis heute Mittag geschlafen. Trau ich meiner Uhr, waren es knapp 14 Stunden :)

Heute gabs dann nach den stressigen letzten Wochen endlich mal Zeit, ausfuehrlich im Reisefuehrer zu stoebern. In einem versteckten Cafe, das ich auf der letzten Reise leider erst am Ende entdeckt habe: Mit richtigem Milchkafee und nicht so einem broesel-pulverkram. Zumindest bin ich jetzt gewappnet und Kambodscha kann kommen. Morgen um diese Zeit bin ich dann schon in Phnom Penh.

Fuehlt euch gegruesst und/oder gekuesst. Ich gehe jetzt gleich zum Essen auf den Nachtmarkt, heute aber bestimmt nicht ganz so scharf wie gestern :) )

„laa gon“ (meinem Thai-Woerterbuch sei Dank), Moritz

Aufbruchstimmung

Juli 21, 2008 - 14 Responses

Nach lästigen Studienabschlusswochen ist die Abschlussarbeit nun geschrieben – Ein verdammt schönes Gefühl! ;-)

Jetzt gehts an die Reisevorbereitung. Impfungen sind bereits alle überstanden (glücklicherweise geht die Tollwut-Immunisierung nicht mehr in die Bauchdecke ;-) und das Visum durchläuft zZ den ofiziellen Weg durch die Botschaft. Für alles andere bleiben ja noch knapp 98 Stunden… bis es dann Freitag, 25.7. um 14:40Uhr mit der LTU zunächst nach Bangkok, Thailand und Montag dann weiter nach Phnom Penh, Kambodscha geht.

In den folgenden Wochen gibt es dann viel zu erkunden.

Was passiert / Wo ich gerade bin / Wie es mir geht und überhaupt könnt Ihr genau hier nachlesen! ;-)

Ich freue mich, wenn Ihr mich virtuell begleitet!

Moritz