Sicher in Berlin

September 3, 2008 - Leave a Response

Die letzten Tage in Bangkok habe ich ohne Helm und Knüppel überstanden (auch wenn das laut der aktuellen Medienberichte nahezu unmöglich erscheint) und konnte glücklicherweise völlig problemlos ausreisen, ohne am Flughafen in Bangkok festsitzen zu müssen.

Wie auch immer: Ich lebe, bin wohl auf und nach einem langen Flug – es ging doch über München – bin ich wieder zu Hause in Berlin.

Jetzt bleibt ein bißchen Zeit zum Wäsche waschen und packen schließlich gehts zum Wochenende dann schon an den Main…

40 spannende, erlebnisreiche Tage sind vorbei. Jetzt kommt die Zeit des Verdauens!

Vielen Dank für Eure vielen Kommentare und Klicks auf meinen Blog! Ich habe mich über jeden einzelnen gefreut und freue mich noch immer immer!

Jetzt freue ich mich darauf, Euch alle wiederzusehen. Wo auch immer: in Berlin, Frankfurt oder anderswo 😉

Moritz

„Zuhause“ in Bangkok

August 31, 2008 - 5 Antworten

Ich bin zurueck in Bangkok. Sicher und heile aus Kambodscha ausgereist. Erfreulicherweise hat auch alles ohne Schmiergeld an der Grenze geklappt 🙂 
Hab soviel anderes gehoert; sogar von anderen Reisenden, die die Grenze am selben Tag ueberquert haben.

Letztlich hab ich sogar noch was rausschlagen koennen, da ich mein Visum laenger als einen Tag ueberzogen habe, der Grenzbeamte aber nur einen Tag berechnet hat, weil sein Kollege bei der Einreise ein falsches Auslaufdatum eingetragen hat. Ist schon bloed, wenn man nicht bis 30 zaehlen kann. Naja, ich will mich nicht beschweren 🙂 !

Nach nun also mehr als 30 Tagen Kambodscha, kommt mir Bangkok schon fast wie „zuhause“ vor. Alles so westlich, ziemlich sauber und man hat nicht staendig das Gefuehl immer und ueberall ueber den Tisch gezogen zu werden oder Preise verhandeln zu muessen.

Kaum vorstellbar, dass Essen und Bier in Thailand (BIP 3.138 Dollar) guenstiger sind als in Kambodscha (BIP 430 Dollar), aber nunmal Fakt.

Bangkok ist busy und turbulent wie ich es bereits kennengelernt habe. Von den Unruhen bekomm ich hier auch nur ueber Medien und Erzaehlungen mit, obwohl ich mitten in der Innenstadt am Siam Square hause.
Achja und die Nachrichten, die man im Thai-Radio oder Fernsehen mitbekommt, sind nicht besonders verstaendlich 😉

Ich hab hier zumindest keine Angst, falls das den Einen oder Anderen beruhigt und laufe voellig unbewaffnet ohne K.O. Spray und Schlagstock durch die Stadt. Schliesslich gibts hier keine Stranduebergaenge. Also kein Grund fuer Sorgen!

Dennoch: Bei akuten Aenderungen der politischen Lage, bitte eine kurze Nachricht aufs Handy schicken, damit ich auch ja rechtzeitig am Ort des Geschehens bin und vielleicht ein paar Bilder an BBC, CNN oder die Tagesschau verkaufen kann. Irgendwie muss ich ja die Kosten fuer die neue Kamera wieder reinbekommen 😉

Gestern und Heute war ich eher damit beschaeftigt, die Temperaturschwankungen zu verarbeiten. Waehrend man im Skytrain oder Einkaufszentrum beinahe erfriert, ist die Luft draussen drueckend und heiss.
Wozu Wechselduschen, wenn es Bangkok gibt?! 🙂

Morgen gehts tagsueber in den Wellnessbereich eines Nobelhotels: Schwimmen, Sauna ;), Fitness inmitten des turbulenten Grossstadtdschungels, damit es dann voellig entspannt am Dienstag zurueck nach Deutschland gehen kann.

Die Flugdaten aendern sich evtl. noch, da die LTU mich nicht wie geplant direkt nach Berlin, sondern ueber Muenchen zurueckfliegen moechte. Mal sehen, was sich da raushandeln laesst… Ich lass es Euch wissen! Achja nochwas: ich freu mich auf Euch! 😉

Gruss u/o Kuss aus Bangkok, Moritz

Diagnose: Tempelkrank

August 26, 2008 - 15 Antworten

Ich bin krank. Krank bei tropischem Sonnenschein. Diagnose: Tempelkrank. Und das Ganze schon seit 4 Tagen.
Mit der Diagnose wurde mir auch direkt ein Gegenmittel verschrieben. Auch wenn es nicht einfach war ein offiziell zugelassenes Mittel zu finden. Schlussendlich hat es aber geklappt und das Mittel, Sony DSC W170, ist da und wirkt 😉


Doch die Tempelanlagen sind einfach maechtiger. Grosse Tempel, kleine Tempel, verzierte Tempel, massive Tempel, aeltere Tempel, juengere Tempel, Tempel im Wasser, Tempel im Dschungel… kuerzen wir es ab: Tempelanlagen noch und noecher. Eine verschiedener als die Andere und widerum Andere gleich Anderen. Eben ganz „same same but different“.
Eines haben sie aber alle gemeinsam. Sie sind alle nicht mehr in Nutzung und sie aendern ihre Wirkung mit Tageszeit und Lichtverhaeltnissen.

Um ehrlich zu sein: Wenn man kein Tempel- und Geschichtsfreak (die Betonung liegt auf Freak) ist, ist es unmoeglich saemtliche Infos aufzunehmen und selbst nahezu unmoeglich alle Namen zu behalten. Fuer die, die es koennen, gibts dann Namen merken fuer Fortgeschrittene: Fast jeder Baum in dem Areal hat ein Schild mit seinem Namen. Und Baume gibts noch mehr als Tempel 😉

Die Namen meiner Favoriten werd ich aber sicher behalten, abspeichern und nicht mehr vergessen. Sie haben sich die Bezeichnung Weltkulturerbe allemal verdient!
Es ist einfach unvorstellbar wie kleine Asiaten, die noch heute durchschnittlich 1-2 Koepfe kleiner sind und schon bei meinem Kreuz hinter mir im Schatten stehen, vor etwa 1000 Jahren solche Anlagen errichten konnten. Einige verwendete Steine sind riesig und Stufen oftmals einen knappen halben Meter hoch und fuer Schuhgroesse 29 konzipiert.
So ist schon eine erklimmende Besichtigung mit Rucksack und Wasserflasche eine Angelegenheit, die mit Klettern und Schwitzen verbunden ist und nicht gerade ungefaehrlich fuer Gross- und Kleinfuessler ist. 

Tempeltage sind beeindruckend, aber auch anstrengend. Nicht zuletzt wegen der Affenhitze in den letzten Tagen, sondern auch weil sie einfach lang sind. Von Sonnenaufgang (5 Uhr) bis Sonnenuntergang. Warum kann das schoene Daemmerungslicht nicht einfach mittags sein? Das wuerde vieles einfacher machen… 🙂

Angkor Wat: ein unchristlicher Ort zu einer unchristlichen Zeit (5 Uhr morgens).
Die malerischen Eindruecke lassen die Muedigkeit aber schnell vergessen 🙂

Und wie Reiner Zufall es wollte hab ich Malte, ehemals in meiner Handballmannschaft, zu jener unchristlichen Zeit an jenem unchristlichen Ort getroffen. Ein Ueberraschungseffekt auf beiden Seiten. 

Ansonsten geht es mir praechtig und Freudenspruenge sind keine Seltenheit 🙂

Ich habe hier in den letzten Tagen viele nette Traveller getroffen, tagesweise in anderer Zusammensetzung Tempel-Town erkundet und abends in Bars abgehangen. Das kann man hier naemlich ziemlich gut.

Jetzt bin ich froh, dass mein Besucherpass fuer die Tempel abgelaufen ist und ich heute einen entspannten Relax-Tag habe. Volle Entspannung mit Latte Macchiato und Muesli & Chillout-Musik in einem gemuetlichen Gartencafé einer NGO und endlich mal Zeit die Tempeleindruecke und die bombastischen Sonnenuntergaenge revue passieren zu lassen und zu verdauen.

Uebrigens, ab Heute bin ich illegal in Kambodscha, da mein Visum abgelaufen ist. Nichts desto trotz gehts Morgen mit dem Boot und Status illegal nach Battambang

und Freitag dann auf via Poipet gen Bangkok, sofern die mich an der Grenze nicht direkt nach Deutschland abschieben 😉
Offiziell ist „lediglich“ eine Strafgebuehr von 5 Dollar pro ueberzogenem Tag faellig, aber bei Regierungsinstitutionen in Kambodscha weiss man nie…

Gruesse u/o Kuesse aus Tempel-Town Siem Reap, Moritz

P.S. @ Papa: Keine SMS hat Dschungel und/oder Tempel erreicht. Selbiges gilt fuer dich mein Freund Larsson 🙂

Ueberfallen

August 19, 2008 - 13 Antworten

Heute gibts wenig erfreuliche Nachrichten von mir:

Gestern Mittag wurde ich im Felsuebergang zwischen zwei Straenden ueberfallen. Das volle Programm. Voellig unerwartet und bewaffnet. So eine Messerklinge an der Kehle moecht ich nicht nochmal erleben.

Mir ist Gott sei Dank nix ernsthaftes passiert. Dafuer ist Geld weg (soviel wars nicht) und was viel schlimmer ist meine Kamera. Zum Glueck konnte ich unbemerkt noch den Memorystick rausziehen, sodass die bisher geschossenen Fotos nicht auch noch mit floeten gegangen sind.
Anschliessend Taetersuche mit Polizei und zahlreichem (sehr hilfsbereiten) Resortpersonal. Fehlanzeige. Was bleibt ist ein daemlicher Polizeireport mit meinem Fingerabdruck und ein Memorystick ohne Kamera. Und das vor Angkor 😦 

Dem dreckigen Wichser wuensch ich, dass er an deutschen Kameramenuefuehrung eingeht und anschliessend elendig auf seinem Motorrad (sofern er eins besitzt oder jemals besitzen wird) verreckt!
Achja, und ich wuensche ihm, dass er mir nicht nochmal ueber den Weg lauft. Denn nochmal ist der Ueberraschungseffekt nicht auf seiner Seite.

Kein Grund fuer Sorgen. Eine unschoene Erfahrung. Aber: passiert ist passiert.

Morgen gehts auf einen Tagestrip: mehrere Inseln, schnorcheln, baden, grillen und relaxen.
Uebermorgen dann endlich nach Siam Reap zum Tempel-Staunen (auch wenn bisher noch ohne Kamera)

Gruesse u/o Kuesse von „Mr. es-brodelt-Wut“

Seafood zum Doener-Preis

August 17, 2008 - 4 Antworten

Ich bin, bzw war es bis heute Morgen, in Kampot, einem kleinen Nest im Suedwesten Kambodschas.

Von hier ist es bloss noch ein Katzensprung nach Vietnam, sowohl auf dem Land- als auch auf dem Wasserweg.

Die Kuestenlage macht es zum Schlaraffenland fuer Fisch- und Meeresfruechte-Geniesser. Hier wird Fisch auf vielfaeltigste Art und Weise zubereitet und serviert. Frisch & lecker!
Das konnte ich mir natuerlich nicht entgehen lassen, und daher hab ich die taeglichen Restaurantbesuche einfach mal stark erhoeht – lecker, lecker, einfach lecker! 🙂

Verdaut hab ich das Ganze weitesgehend auf dem Moped, mit dem Kampot und seine Umgebung erfahren und erkundet wurden.

(1) Kambodschanische Hoehlen: Mal abgesehen davon, dass in der Hoehle ein kleiner Tempel errichtet wurde, wird Kambodscha sicher nicht in der Liga der tollen, eindrucksvollen Hoehlen mitspielen koennen. Vorrundenaus (zumindest fuer die Hoehlen, die ich gesehen habe)

(2) Pfefferplantage: Jetzt weiss ich, wo und wie der Pfeffer waechst und wie er ganz frisch schmeckt.
@Nicos: Nicht nach Kotze, Du wirst es sehen bzw. schmecken ;

(3) Lattemacchiato: Den ersten richtigen in Kambodscha; in einem Segelclub direkt am Meer. Kostete zwar ein halbes Vermoegen. Der Milchschaum und Espresso-Kaffee war es aber allemal wert. Verdammt nur, dass die Entzugserscheinung nun wieder ganz oben auf dem Schirm stehen.

(4) Badepremiere im Meer im Fischerdorf Kep. Nicht der schoenste Strand, dafuer Meer, Sonne und ein erstes Strandfeeling.

(5) Schoene Sonnenuntergaenge gucken. Vorzugsweise beim Fisch-Schlemmen oder mit Kaffee oder Bier in einer Bar.

(6) beim Barbier. Ich sollte noch Khmer hinzufuegen. Also beim Khmer-Barbier. Der sprach naemlch kein Wort Englisch oder Franzoesisch. Daher gabs einen „interessanten“ Haarschnitt. Achja und rasiert hat er mich. War auch dringend noetig bei dem kraeftigen Bartwuchs 🙂
@Blackstory-Spieler: Nein, es gab keine Westerschiesserei. Lediglich ein paar neugierige Augen, die wohl noch nie zuvor blonde Haare zu Boden purzel gesehen haben.

(7) Khmer-Lady-Massage (fuer die Zweifler: ein ganz serioeser Massagesalon:) : Noch ist mir unbegreiflich, wie eine so kleine und zierliche Frau ein solches Schmerzritual mit ihren Fingern verrichten konnte. Ich hab doch keine Elefatenhaut. Der Wohlfuehleffekt kam dann aber Heute. Gemeinsam mit den blauen Flecken.

Jetzt bin ich in Sihanoukville, dem Strandeldorado von Kambodscha. Zumindest preisen die Reisefuehrer das so.

Vielleicht find ich ja in den naechsten Tagen noch einen Strand, an dem es nicht ganz so wimmelt an Verkauefern, Masseuren, Jetskies, Bars, Liegen und Sonnensschirmen und ich Sihnakouville als Strandeldorado á la Thailand bestaetigen kann…

Sonnenstrahlen in die Heimat! Moritz

Geburtstagspost!

August 14, 2008 - Eine Antwort

IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII IIIII 

80 Striche an der Zahl. Jeder Strich fuer ein Lebensjahr. Man braucht schon eine ganze Weile, um soviele Striche aufs Papier zu bringen… 🙂

Lieber Opa, ich wuensche Dir alles, alles erdenklich Gute zum 80. Geburtstag. Vorallem wuensche ich Dir viel Gesundheit!

Lass Dich kraeftig feiern! Die Partycrew ist hoffentlich in aller Vollstaendigkeit angereist und wird mit Dir zusammen Heipke’s Huette maechtig zum Dampfen bringen.

Fuer Dein leibliches Wohl soll auch gesorgt sein. Daher anbei ein kleiner Geburtstagstortengruss aus Kambodscha.

Und damit sich die Torte auch gut runterspuelen laesst, greif zum Glas und stoss mit einem Sekt an. Sekt konnt ich hier allerdings nicht finden, dafuer Reiswein. Ein hoch auf Dich lieber Opa. *klirr* Auf das noch viele Striche folgen werden und wir den naechsten Runden Geburtstag gemeinsam feiern koennen!

Alles liebe von deinem Enkel aus der Ferne!

 

Geburtstagspost die Zweite:
Iswing, Dir wuensche ich auch alles, alles Gute zum Geburtstag! Dir fehlt zwar noch der ein oder andere Strich zur 80 und (auch) noch zur 50 🙂 , dennoch ein guter Grund die Glaeser mit einem kraeftigen „tchul moi“ zum klirren zu bringen! Happy Birthday!
Lass Dich kraeftig feiern und geniesse die Ostsee. Bis bald in Berlin mit Cocktail und Fotos!

Auf Goldkurs!

August 12, 2008 - 6 Antworten

Mondulikiri – es hat schon alles mit Abenteuer angefangen: Mal wieder eine viel zu enge Fahrt mit dem Pick-up. Zu Fuenft auf der Rueckbank. Jetzt kann ich mein linkes Knie gefuehlte 5 Grad weiter beugen. Physiotherapie mit Effekt.
Als „Entschaedigung“ gabs den vollen Adrenalinkick mit Rutschen, Festfahren, Ausbuddeln, Sliden und qualmendem Motor. Der Pick-up war an seiner aussersten Belastungsgrenze!

Goldverdaechtig war jeder einzelne Tag in Mondulikiri. Nicht zuletzt wegen eines Wahnsinns-Teams: „Team Olympia Gold“ bestehend aus:

Laia, Spanierin (die 4. im Pick-up auf der Rueckbank im Pickup)
Stephan, Franzose (Festgefahren im Pick-up, direkt neben uns)
Nick, Englaender (s.o.)
Damien, Franzose (s.o.)

Gemeinsam sind wir in Mondulikri in folgenden Disziplinen angetreten:

(1) Duschen im (unter) 30m Wasserfall Bou Sraa. Haerter als jede Thai-Massage und nebenbei der verdammt geilste Wasserfall!

(2) Pick-up-Fahrt im Stehen auf der Ladeflaeche. Minimum 60min (bis zum Wasserfall bzw. zurueck). Je schneller, desto besser und jede Bodenwelle gibt Sonderpunkte.

(3) Bierdosen-Turm-Bauen. Je hoeher, desto besser. Zaehlen tun nur leere Dosen.

(4) Wasserfall-Springen. Disziplin ist selbsterklaerend. Fuer einen neuen Weltrekord, d.h. 30m, waren die Wettkampfbedingungen jedoch nicht optimal 🙂

(5) Ausdauer-Moped-Rutschen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

(6) Moskito-Klatschen unter erschwerten Bedingungen: Auf dem Ruecken eines Elephanten.

(7) Khmer-Essen: Je unverstaendlicher die Beschreibung des Gerichtes, umso hoeher auf der Punkteskala. Punktabzug gibts fuer ausspucken und liegen lassen.

(8 ) Multilinguale Unterhaltung: Je mehr Woerter in verschiedenen Sprachen, desto besser.

Ganz-A-Tolla Achtkampf !!! 🙂

 

Mondulikiri ist wirklich anders. Einerseits unberuehrt, kurvig und vielfaeltig wie Korsika, andererseits weitlaeufig und gruen wie Hobbingen oder Irland.
In Mondulikiri ist erlaubt, was anderswo (z.B. bei uns;)) verboten ist. Ein wahres Abenteuerparadies.
Vielleicht gibt es gerade deswegen noch wilde Tiger, Elefanten und andere Gross- und Raubtiere in Kambodschas oestlicher Wildnis. Gesehen hab ich die allerdings nicht :).

Im Moment sitze ich mit einer Kokusnuss und einem langen Strohalm in Phnom Penh. Nix weiter als ein kurzer Uebernacht-Zwischenstopp. Morgen gehts dann in den Sueden fuer ein paar Tage. Ein bisschen Sonne tanken, Beachboy-sein (Nicos ganz ohne dich:-P ) und Inseln und Meer geniessen.

Da unten gibts garantiert auch wieder Internet. Also, ihr hoert von mir!

Es gruesst / drueckt Euch aus der ehemals franzoesischen Kolonialstadt, Moritz 

P.S. (1): Von Olympia hab ich bis auf einen kurzen Ausschnitt (Basketball China-Spanien) noch gar nix mitbekommen. Skandale? Erfolge?

P.S. (2): Uebrigens seit vier Tage Sonne en mass und Regen (wenn ueberhaupt) nur in der Nacht!

P.S. (3): @Mama: Deine SMS ist angekommen!

Auf Schnappschussjagd auf dem Mekong

August 7, 2008 - 10 Antworten

Nach einem voellig ueberladenen und nervenzehrenden Bustrip, (KOMMA:)) gings anschliessend mit Kamera und Sonnenbrille bewaffnet mit dem Boot hinaus auf den Mekong. So einen Riesenfluss hab ich echt noch nicht gesehen. Jetzt, in der Regenzeit, ist er hier allein breit wie ein Megasee. Einmal von Ufer zu Ufer schwimmen – mit zweimal Ertrinken bestimmt machbar 😉
Irgendwo in der Mitte des Mekongs, sodass man im Falle des Falles auch mindestens einmal ertrinkt, wurde das Boot an einem Gestruepp befestigt . Dann dauerte es auch gar nicht mehr lange, bis sich sich die ersten Irrawaddy Delphine in der Abendsonne zeigten. Aus zunaechst einigen wenigen wurden ruckizucki viele. Doch die Viehcher aufs Foto zu kriegen – puhh schwierig. Freut Euch schonmal auf die Mekong-Fotos mit den kleinen, grauen Flecken. Diese Flecken werden bis zu 150kg schwer und sehen etwa so aus

nur damit Ihr schonmal bescheid wisst, wonach Ihr auf den Fotos suchen muesst. *lach*

Morgen (mal wieder frueh) gehts mit dm Pick-up weiter nach Sen Monorom, Modulikiri.

Die Region liegt suedlich von Banlung etwas erhoeht auf 900m und soll landschaftlich angeblich ganz anders sein. Ich bin gespannt!

Es gruesst u/o kuesst, Moritz

Doch die Schlossparkrunde durchs Tropenhaus…

August 6, 2008 - 8 Antworten

Es hat doch noch geklappt – ich war im Dschungel!!1 Nicht alleine. Habe an jenem Abend noch eine Spanierin und einen Kolumbianer getroffen und bei geselligem Beisammensein haben wir beschlossen uns gemeinsam einen Tag durch den Dschungel zu schlagen.

Gesagt getan: Frueh morgens gings mit dem Moto los. 2 Stunden Matschstrassen Richtung Norden oder ca. 4576 mitgenommene Schlagloecher. Da – in einem kleinen Kaff Kalai – haben wir, eigentlich Bunny unser Guide, dann den Ranger eingesammelt. Fuer Kommunikation war der zunaechst wirklich nicht zu haben. Vielleicht sollte der auch mal Vordiplom schreiben (Viel Erfolg weiterhin!) 😛
Aber seine Aufgabe war es schliesslich auch uns sicher in den Dschungel – und viel wichtiger: auch wieder heraus – zu fuehren.
Mit Machete bewaffnet gings dann zu Fuss weiter. Vorweg der Ranger, dann der Guide und dann wir drei Touris im Schlepptau. Zunaechst ueber kleine Trampelpfade, dann ueber/durch zwei Fluesse in den Dschungl hinein. An dieser Stelle waren bereits die ersten Fuesse nass, denn die einzelnen Bambusstangen, die als Bruecke fungieren sollten, tragen vielleicht den zierlichen 1,50m kleinen Bamboo-Ranger und Guide Bunny, aber keine europaeischen oder suedamerikanischen Kampfgewichte der 80kg Klasse 🙂

Schnell wurden die Trampelpfade verlassen und es ging querfeldein dazu bergauf und bergab. An dieser Stelle war ich das erste Mal froh, dass Ranger und Guide voran gelaufen sind. Das hat das Vorankommen um einiges einfacher oder besser gesagt etwas weniger schwer gemacht. Und dennoch habe ich an diesem Tag Planzen gekuesst, von denen ich bis dahin nicht einmal wusste, dass sie existieren.
So ein Macheten-Ranger mit seinen 1,50m Groesse kaempft vielleicht Gestruepp bis zu einer Hoehe von 1,70m (max.!) aus dem Weg. Fuer 1,90m braeuchte er ja schon ein Podest 🙂 Und so mussten wir massegblich mithelfen uns unseren Weg freizuschaufeln.

Einerseits ist man im Dschungel kontinuierlich damit beschaeftigt auf dem durch die Regenzeit bedingten, aufgeweichten Boden, die Haftung zu behalten und nicht auszurutschen oder ueber irgendwelche Gestrueppe zu stolpern, andererseits sich den Weg brustaufwaerts freizukaempfen und schliesslich noch was von der Umgebung mitzubekommen. Eine verdammt schweisstreibende Angelegenheit ist so ein grosses Tropenhaus. Unmengen an Schweiss hab (nicht nur ich:) waehrend der knappen 6 Stunden verloren.

Beim Mittagessen am Dschungelbach wurde unser Ranger dann auch etwas kommunikativer. Die anfaengliche „Scheu“ war wohl eher damit zu begruenden, dass er kein Englisch sprach und vermutlich bis jetzt auch noch nicht gelernt hat. Statt zu reden hat er dann Handwerkskuenste demonstriert.
Aus Bambusstangen hat er Pfeil und Bogen geschnitzt, mit denen dann fischen gegangen wurde. Fuer uns Touris unmoeglich so einen Fisch zu erwischen. Jaja, die Physik mit ihren Groessengesetzen und optischen Verzerrungen…
Ausserdem hat er Floeten und Rasierapparate binnen Minuten geschnitzt und erfolgreich vorgefuehrt. Spielereien, die uns Touris beeindruckt haben.

In den letzten beiden Stunden wurde aus feuchtschwuelem Sonnenschein kraeftiger Monsunregen. Jetzt waren auch die letzten trockenen Stoffstuecken pitsche-patsche nass. (Anmerkung: 1) Mit dem Regenschirm durch Dickicht laufen heisst 5x soviel Weg freikaempfen 🙂 2) Regenjacken zoegern das Nasswerden nur hinaus; nass wird man nicht durch Regen von Aussen, sondern durch Schweiss von Innen…)

Fix und alle gings dann wieder mit dem Moto 2 Stunden durch den Regen zurueck, danach dann nur noch Voll-Knock-Out.

 

Ratanakiri ist eine Region in der, aufgrund ihrer Grenzlage, viele ethnische Minderheiten in Eingeborenen-Doerfern leben. Heute gings auf Erkundungstour einiger dieser Doerfer, Staemme und Kulturen. Insgesamt wieder 4 Stunden auf dem Moto, knapp 2 Stunden im Longtailboot und ausnahmsweise nur Sonne und KEINEN Regen. Zunaechst gings zu einem Eingeborenendorf der Khmer inkl. Friedhof. Eine sehr „eigenartige Art“ der spirituellen Beisetzung die die da praktizieren.
Anschliessend ein chinesisches und ein laotisches Eingeborendorf. Hier wurde dann selbst mein Moto-Guide Bunny zum Auslaender im Inland. Denn die Staemme haben ihre eigene Sprache und sprechen nicht ein Wort Khmer, Deutsch uebrigens auch nicht 🙂
Mensch bin ich froh, dass das heute nur ein Ausflug war und ich nicht „so“ leben muss!

Rueckblickend zwei sehr anstrengende und vielfaeltige Tage, aber auch meine beiden Letzten in Banlung. Morgen gehts mal wieder vor Sonnenaufgang mit dem Bus nach Kratie (Landesinnere, Richtung Phnom Penh). Der Ort ist mir bereits von der Hinfahrt bekannt, da ich da auf den Ersatzbus warten durfte/musste.
Grund des voraussichtlich eintaegigen Aufenthaltes in Kratie sind die Irrawaddy-Delphine (Suesswasserdelphine) im Mekong. Hoffentlich hab ich Glueck und sehe einige im Sonnenuntergang, sodass es dann nach einer Uebernachtung weitergehen kann mit dem Reisen und dem fruehen Aufstehen.. 😦

 Na bitte: es regnet. Waer auch komisch, wenn das mal ausbliebe hier im hohen Nordosten.

Gruss und/oder Kuss, Moritz

P.S. 1) Mit dem Karaoke-Zeug: das wollt ihr nicht wirklich! Ich bin ja nicht mehr lang da.. ich guck mal was sich machen laesst… 🙂

P.S. 2) Ich traue dem SMS Empfang hier nicht so recht. Vermutlich nur moeglich, wenn mein Handy angeschaltet ist. Glaube nicht, dass das Netz hier versucht SMS erneut zuzustellen, wenn das Telefon wieder eingeschaltet wird. Vielleicht irre ich mich auch und es schreibt bloss keiner.. 🙂 Nur falls ihr euch wundert, warum keine Zustellung oder Antwort kommt. Ich wunder mich auch 🙂

This is Banlung calling…

August 4, 2008 - 6 Antworten

15,5 Stunden hat die Fahrt letztlich gedauert. Waere sicher schneller gegangen, wenn nicht der Bus auf halber Strecke liegen geblieben waere und ich nicht zwei Stunden auf den Ersatzbus haette warten muessen. „Ersatzbus“ waer schoen gewesen, im Endeffekt ein Bus einer anderen Busfirma fast komplett beladen – dementsprechend kuschelig wurde die Weiterfahrt. Ich hab mir die Sitzreihe, die eutlich enger war als in europaeischen Reisebussen, mit einer kambodschianischen Oma und ihrem Enkel geteilt. Die Kommunikation erwies sich als recht schwierig, da die Beiden kein Englisch und ich kein Khmer spreche. Auch konnte das Woerterbuch meines Reisefuehrers nicht wirklich aushelfen. Oder haett ich sie vielleicht fragen sollen, „wo es zum naechsten Bahnhof geht?“, „Was das kostet?“ oder sagen sollen „Ich habe Durchfall und Fieber“… 🙂
So wurde einfach gelaechelt, noch mehr gelaechelt und mit Haenden und Fuessen mehr oder weniger erfolgreich kommuniziert. Wirklich gut haette man sich ehe nicht unterhalten koennen, denn es gibt da noch was, das noch grauenhafter als der Verkehr in Phnom Penh ist: kambodschianische Musikvideos (schnulziger als Bollywoodfilme und Gesang der einem das Trommelfeld zerreisst). Zum Glueck hatt und hab ich meinen Ipod dabei, sodass ich nur zusehen musste, meine Blicke vom Monitor fernzuhalten. 😉

 

Banlung ist klein, verschlafen und verregnet. Hier gibt es eine handvoll Gaestehaeuser, die wegen der Regenzeit nicht besonders gut besucht sind, ein paar Restaurants und einen Markt. Ansonsten ein paar Regierungs- und Verwaltungsgebaeude der Region Ratanakiri, eine Schule und eine Uni. Klingt recht gross, ist es aber nicht.

Die letzten Tage habe ich die Umgebung mit Moto und Driver erkundet, einige grosse und kleine Wasserfaelle gesehen, Eingeborenen-Doerfer besucht, eindrucksvolle Dschungellandschaft gesehen und im kristallklaren Wasser des Yeak Laom Lakes gebadet.

Die Fortbewegung und das Vorankommen erweisen sich aufgrund der aufgeweichten Sand-„Strassen“ als extrem rutschig und schwierig. Die rot-braune Farbe der Strassen erinnert ein bisschen an die rot-braunen Boellerreste nach Silvester in der Turmstrasse und die Beschaffenheit der Strasse wuerde aufgrund der Rutschigkeit jeden Wintersportler erfreuen.
Zwei Mal hat sich mein Moto Driver ohne groesseren Schaden hingepackt. Beide Male konnte ich noch gerade rechtzeitig vom Moto abspringen… Manchmal waer ich lieber selbst gefahren, in anderen Momenten war ich froh, einen Fahrer gehabt zu haben, fuer den die beschissenen Strassenverhaeltnisse Alltagsgeschaeft sind.

Und wo wir schon beim Thema „beschissen“ sind: abgesehen von tropischer Scheissaritis (dagegen gibts Tabletten und Elektrolyte) gehts mir gut hier in Banlung. Obwohl ich heute zwischen den Seilen haenge. Habe Kopfschmerzen (ganz ohne Alkohol 🙂 und den verregneten Tag mit Lesen, Quatschen und Schlafen verbracht.

Eigentlich habe ich vor noch einen 2 Tages-Trek durch den Virachey National Park (Dschungelgebiet) zu machen, aber alleine, d.h. nur mit Guide und Ranger, moechte ich glaube ich nicht losmarschieren und an anderen dschungelwillingen Touris mangelt es.
Mal sehen, vielleicht laesst sich Morgen noch was organisieren, wenn nicht gehts eben ohne den vermutlich sehr verregneten Trek weiter.
Das Bloede in Punkto Organisation ist nur, man weiss nie, wann welche (oeffentliche Einrichtung) ihr Buero aufmacht. Mit den Oeffnungszeiten haben die es hier nicht so oder wir Deutschen sind zu sehr verwoehnt. Manchmal glaube ich, dass einige Gebaeude nur zur Verzierde dastehen und niemals ihre Pforten oeffnen. Zumindest stand ich bereits mehrfach vor verschlossenen Tueren des Virachey National Park Offices, um mich einem Trek anzuschliessen..
Aber das Laecheln und die Gastfreundschaft der Menschen laesst selbst ueber die Schliessungszeiten hinwegsehen. Zwei Mal wurde ich hier bereits von Familien nach Hause zum Essen bzw. Kaffee eingeladen. Auch wenn es mit der Kommunikation schwierig ist und man nicht wirklich weiss, was vor einem auf dem Teller liegt, sind das echt unvergessliche Erlebnisse mit den Familien in Ihren „aermlichen“ Huetten.

Bevor der Strom wieder ausfaellt, es einige Zeit dauert bis der Generator anspringt und ich dann alles erneut schreiben muss, solls das von mir fuer Heute gewesen sein.

Dicke Kuesse an meine Familie (ich hoffe ihr seid alle wohlauf!?) und viele liebe Dschungel-Gruesse an all Euch Andere! Moritz